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Sicherheitshinweise - Behandlung von Hummelstichen und Allergien

1. Stiche durch Hummeln und Bienen
Bei Hummeln haben genau wie bei Bienen und Wespen nur die Königinnen und Arbeiterinnen einen Stachel. Die Drohnen (Männchen) besitzen einen solchen nicht. Der so genannte Wehrstachel dient der Verteidigung. Kommt es zum Stich, wird über den Stachel eine geringe Menge Gift in den Körper gepumpt. Beim Menschen führt dies meist zu einem kürzeren, starken Schmerz, der schon bald wieder abklingt. Einige Menschen (ca. 1 Prozent) reagieren auf das Stichgift jedoch allergisch.

Die Reaktion auf einen Hummelstich kann pro Vorfall unterschiedlich ausfallen.
Der Hummelstachel hat keine Widerhaken, weshalb Arbeiterinnen und Königinnen den Stachel wieder zurückziehen und unter Umständen erneut stechen können. Der Stachel der Honigbiene hingegen weist Widerhaken auf. Wenn eine Biene versucht, den Stachel zurückzuziehen, wird dieser zusammen mit der Giftblase aus dem Hinterleib gerissen.

2. Wie kann man sich vor Hummelstichen schützen?
In erster Linie kommt es darauf an, mit den Hummeln RUHIG umzugehen. Das bedeutet unter anderem, nicht nach ihnen zu schlagen und nicht gegen den Nistkasten zu stoßen. Außerdem können Hummeln aggressiv auf zu viele Gerüche reagieren, wie zum Beispiel Alkohol, Schweiß, Parfüm, parfümierte Seife, Aftershave usw. Auch Ringe, Armbänder und Uhren können sie aggressiv stimmen (was insbesondere auf den Geruch des oxidierten Materials zwischen Haut und Ring, Armband sowie Uhr zurückzuführen ist). Demnach gilt das Motto: Vorbeugen ist besser als Heilen!

3. Gestochen? Mögliche Reaktionen und Behandlung

3.1. Lokale (nicht allergische) Reaktion
Normalerweise tritt nach dem Stich rund um die Einstichstelle eine Schwellung auf. Dabei handelt es sich um eine örtlich begrenzte, nicht allergische Reaktion. Der geschwollene Bereich ist gerötet und juckt. Die Reaktion kann sofort eintreten, zeigt sich meist jedoch erst mehrere Stunden nach dem Stich. Die Schwellung und der Juckreiz können mehrere Stunden und manchmal auch Tage anhalten. In einigen Fällen kann ein größerer Hautbereich um die Einstichstelle reagieren; dann dauert es entsprechend länger, bis die Schwellung sich zurückbildet. Doch auch dies ist noch eine lokal begrenzte, nicht allergische Reaktion.

3.1.1. Behandlung einer lokal begrenzten (nicht allergischen) Reaktion
Eine medizinische Behandlung ist in diesem Fall nicht notwendig. Trotzdem können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um die örtliche Reaktion zu mildern, insbesondere wenn sich die Einstichstelle an einer empfindlichen Körperstelle wie zum Beispiel an den Augen befindet. So sollte möglichst schnell nach dem Stich ein entzündungshemmendes Mittel wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Ibuprofen eingenommen werden. Auch kann die Einstichstelle mit kalten Kompressen gekühlt werden. Darüber hinaus sind in der Apotheke Juckreiz stillende Salben erhältlich (zum Beispiel Azaron mit dem Wirkstoff Diethyl-m-Toluamid). In dem seltenen Fall, dass in Mund oder Rachen gestochen wurde, ist die Fahrt ins Krankenhaus ratsam, weil es zu einer Blockierung der Luftwege kommen kann. Im Krankenhaus werden unter anderem Corticosteroide (zum Beispiel Prednison) verabreicht und der Patient wird zur Beobachtung da behalten

3.2. Allergische Reaktion
Nur ungefähr 1 Prozent der Bevölkerung zeigt nach wiederholten Stichen (manchmal schon beim zweiten oder dritten Stich) eine allergische Reaktion, die auch als generalisierte, systemische oder anaphylaktische Reaktion bezeichnet werden kann. Weil bei einer allergischen Reaktion Antikörper aktiviert werden, die bei einem früheren Stich gebildet wurden, kann eine allergische Reaktion nie beim allerersten Stich auftreten. Allergische Reaktionen treten meist kurz nach dem Stich zutage (innerhalb der ersten Sekunden bis zu 15 Minuten später).

Die allergische Reaktion wird in vier Schweregrade unterteilt. Dieser nimmt von 1 nach 4 zu:
Grad 1 – Juckreiz, Hautrötung und Schwellungen (Nesselausschlag - Urtikaria) am gesamten Körper
Grad 2 – zusätzlich zu den Symptomen von Grad 1 Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Durchfall)
Grad 3 – zusätzlich zu Symptomen von Grad 1 und/oder 2 Atemnot und/oder Erstickungsangst
Grad 4 – zusätzlich zu Symptomen von Grad 1 und/oder 2 und/oder 3 Herzklopfen (Herzjagen?) und anaphylaktischer Schock

3.2.1. Behandlung einer allergischen Reaktion
Bei Erbrechen, wenigstens aber den Symptomen von Grad 3 oder 4 ist ein sofortiger Transport in das Krankenhaus erforderlich! Bei einer Reaktion ersten Grades kann beschlossen werden, abzuwarten, aber auch in diesem Fall ist eine Beobachtung im Krankenhaus empfehlenswert, weil die Reaktion im weiteren Zeitverlauf an Intensität zunehmen kann.
Bei Auftreten einer allergischen Reaktion ist die Gabe eines Antihistamins (zum Beispiel Clemastin / Tavegil) sinnvoll, das nur auf Rezept erhältlich ist. Dadurch werden Schwellungen bekämpft, die durch das im Gift enthaltene Histamin verursacht werden. Manchmal werden auch Corticosteroide verschrieben.

Bei Reaktionen dritten und vierten Grades ist es erforderlich, zuallererst Adrenalin zu verabreichen. Adrenalin (kann über einen EpiPen-Autoinjektor selbst gespritzt werden) stimuliert das Herz, verengt die Blutgefäße und erweitert die Luftwege. EpiPen ist nur auf Rezept erhältlich und wird von Ärzten zum Beispiel nach einer vorausgegangenen allergischen Reaktion auf einen Hummelstich verordnet. In Betrieben, die mit Hummeln arbeiten, steht EpiPen unter Umständen zur Verfügung.

3.2.2. Informationen für Ärzte
Ausführliche Informationen darüber, wie allergische Reaktionen ärztlich behandelt werden, erhalten Sie bei Koppert auf Anfrage.

3.2.3. Mit einer Hummelallergie leben
Wer auf einen Hummelstich allergisch reagiert hat, muss nicht zwangsläufig bei einem Folgestich erneut allergisch reagieren. Insbesondere bei allergischen Reaktionen ersten oder zweiten Grades ist die Wahrscheinlichkeit gering. Mittlerweile kann man einen Test mit gereinigtem Hummelgift durchführen lassen, um festzustellen, ob man bei einem Folgestich erneut mit einer allergischen Reaktion rechnen muss. Das gereinigte Gift kann auch für eine Desensibilisierungsbehandlung verwendet werden. Die Hyposensibilisierungskur/Immuntherapie gegen Hummelgift bietet nicht unbedingt auch Schutz vor dem Gift von Bienen und Wespen. Umgekehrt bietet eine Hyposensibilisierungskur/Immuntherapie gegen Bienengift nicht automatisch auch Schutz gegen das Gift von Hummeln.

Eine entsprechende Kur zielt darauf ab, den Körper gegen Hummelgift unempfindlich zu machen. Wer keine Desensibilisierungsbehandlung durchführen lassen möchte, kann sich ein Rezept für Epipen (Adrenalin-Spritze) besorgen. Dies ist ein Autoinjektor, den man bei sich trägt und mit dem nach einem Stich Adrenalin in den Oberschenkel gespritzt wird.
Allergietests und Desensibilisierungsbehandlungen werden unter anderem von der Abteilung Allergologie, Erasmus MC, Dr. Molewaterplein 40, Rotterdam, oder im RdGG (Dr. De Groot) am Standort Diakonessenhuis in Voorburg durchgeführt.

3.2.4. Toxische Reaktionen
Eine toxische Reaktion kann auftreten, wenn man innerhalb kurzer Zeit einige dutzend Mal gestochen wird. Allgemeinreaktionen des Nervensystems und/oder Herz-Kreislaufsystems (Herzrhythmusstörungen, Atemnot) können die Folge sein. Auch in einem solchen Fall muss die Person zur Beobachtung und zur Ergreifung unterstützender Maßnahmen ins Krankenhaus gebracht werden.

3.2.5. Hyperventilation
Neben einer starken allergischen Reaktion (Grad 4) kann eine schreckbedingte Hyperventilation zu Bewusstlosigkeit führen. Auch in diesem Fall ist der Notarzt zu alarmieren.

3.2.6. Erhöhtes Risiko
Bei Einnahme bestimmter Medikamente, so genannter Betablocker, wie auch bei Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko, nach einem Hummelstich eine allergische Reaktion zu zeigen.

Literatur
De Groot H.: Allergie voor insecten, Huisarts en Wetenschap 2002; 45 (7):362-7.
De Groot H.: Allergy to bumble bees. Curr Opin Allergy Clin Immunol 2006; 6:294-7.

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